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Lichtermeer: Auf dem Weg in eine bessere Zukunft


Die Wahlfachgruppe Gymi for Change des Liechtensteinischen Gymnasiums veranstaltete am 8. März 2022 im Lindahof in Schaan ein Lichtermeer für unser Klima, um ein Zeichen für ein allgemeines Bewusstsein zu schaffen.


Ein aus Kerzen gestalteter Baum wurde inmitten der Veranstaltung aufgebaut, um aufzuzeigen, welch vitale Rolle Bäume in unserem Ökosystem übernehmen. Schüler*innen des Gymnasiums hatten mit ihrem Lehrer Peter Mennel ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, mit Anregungen von Häuptling Seattle, einem Poetry Slam von Leonie Prater, einem Videobeitrag von Greta Thunberg und wundervoller musikalischer Umrahmung von Nina Navarro.

Tobias Gassner, Sprecher von Klimastreik Liechtenstein, war vor Ort und rief dazu auf, sich politisch zu engagieren und entschieden für die eigene Meinung einzustehen.


Abschliessend teilte Marsha Lampert von Integrity.Earth einige ihrer Gedanken zur Thematik mit. Sie sprach darüber, dass wir vor der Herausforderung stehen, ganzheitlich mehr zurückzugeben als wir nehmen und dass es dazu mehr als nur nachhaltiges Denken braucht. Und was bedeutet das überhaupt? Wenn wir jeweils nur Kapital umformen (z.B. von natürlichem Kapital zur Infrastruktur) und es nachhaltig nennen, ohne über die Ressourcen oder die Qualität nachzudenken, werden wir bald keine Lebensgrundlage mehr vorfinden. Wenn nachhaltiges Denken mit Profitabilität verknüpft wird, dann werden unsere natürlichen Ressourcen nicht berücksichtigt, respektive sie werden weiterhin ausgebeutet. Die Ökologie muss über dem Sozialen stehen, das Soziale über der Wirtschaft. Dies mit Hinweis auf die SDG Ziele (Sustainable Development Goals) der UNO, welche von allen Mitgliedstaaten, auch Liechtenstein, bereits vor 7 Jahren unterzeichnet wurden.


Marsha sprach über die Notwendigkeit regenerativ zu denken, in ganzen Systemen und in Einbezug der Nachhaltigkeit, mit verantwortlicher Planung und gezieltem Konsum. Dies verlangt sicherlich Ausdauer, Geduld und Engagement. Alleine werden wir es nicht schaffen, wir benötigen Kooperativen, mit welchen wir gemeinsam das Umdenken gestalten. Viele zusammen können mehr bewirken, dies bedeutet aber auch, dass wir miteinander Lösungen erarbeiten. Dies benötigt Zeit, die man sich nimmt, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Es braucht auch Mut, um Entscheidungen zu treffen, deren Konsequenzen abzuschätzen und mögliche Anknüpfungspunkte zu suchen. Das Wichtigste ist dabei sicherlich die anschliessende Beobachtung, welchen Einfluss Entscheidungen auf das ganze Ökosystem haben.


Mit unseren Projekten Energie Vision, Regenerative Beratung, Integral Way of Living, Mesoamerica Regeneriert und der Ernährungs-Kooperation wollen wir dieses Umdenken gestalten. Unser Weg ist ein ganzheitlicher, wir denken systemisch, unsere Handlungen sind kooperativ und transparent. Dies widerspiegelt sich auch in unserer Art zu arbeiten, in unserem stetig wachsenden Team und in der Ausweitung unserer Partnerschaften. Wir agieren dezentral, jeder hat eine Meinung und soll diese äussern, Entscheidungen werden miteinander getroffen, Aufgaben können individuell übernommen werden.

Als Erkenntnis aus diesem Abend nehmen wir mit: „Be the change you want to see in the world“. Der Satz von Mahatma Gandhi steht dafür mit gutem Beispiel voran zu gehen. Kleine, beständige Schritte, im Dialog bleiben, kollaborativ handeln und ganzheitlich sowie systemisch denken. Um es mit den Worten von Wangarai Maathai zu sagen, welche sich für das Green Belt Movement in Kenya eingesetzt hat: „Wir sind abhängig von einem funktionierenden Ökosystem, denn die Umweltbelastung führt zu weniger Ressourcen und einer Verschlechterung unser aller Lebensqualität. Die grösste Herausforderung liegt darin, miteinander Aktivitäten zu organisieren und zu koordinieren und andere zu inspirieren, es uns gleich zu tun.“


Konkrete Massnahmen, die Schüler und auch Menschen in Liechtenstein umsetzen können, um die Vielfalt an Bäumen zu schützen und zu fördern, umfassen beispielsweise das Pflanzen von lokalen Bäumen mit der Unterstützung des Vereins Hortus oder dem Landesforstbetrieb Unterau in Schaan. Auch der Biohof in Ruggell engagiert sich für den Erhalt von Obstbäumen und bietet zur Weihnachtszeit Bäume im Topf an. Man kann sich auch für die Wiederverwertung von Holzmöbeln und jeglicher Produkte, die sonst oft in der Verbrennung landen, stark machen.


Der Tag des Waldes am 21. März gibt uns die Möglichkeit, nochmals auf die Notwendigkeit eines Umbruchs aufmerksam zu machen. Vielleicht können wir mit unseren Bemühungen und Aktionen den Overshoot Day verzögern, welcher dieses Jahr bereits am 13. Mai für Liechtenstein und die Schweiz ansteht.

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